Navigieren durch die Schweizer Corporate Compliance: Ihr wesentlicher regulatorischer Fahrplan

Wichtige Rahmenbedingungen, die jedes Unternehmen beherrschen muss, vom Startup bis zum Finanzriesen

Die Einhaltung dieser Vorschriften mag komplex erscheinen, ist aber durchaus machbar. Für jedes Unternehmen, das in der Schweiz tätig ist, ist das Verständnis der regulatorischen Landschaft sowohl für die rechtliche Stellung als auch für den Ruf des Unternehmens entscheidend. Die geforderten Compliance-Rahmenbedingungen hängen stark von den folgenden Faktoren ab Branche, Größe und Tätigkeit.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Compliance-Regeln, die jedes Unternehmen in der Schweiz einhalten muss:

1. Die rechtlichen Grundlagen: Schweizerisches Obligationenrecht (OR)

Dies ist die Grundlage des Schweizer Gesellschaftsrechts. Fast jedes eingetragene Unternehmen muss sich an die Schweizerisches Obligationenrecht (OR)die die wichtigsten organisatorischen und finanziellen Anforderungen vorgibt. Dies beinhaltet:

  • Unternehmensstrukturen: Regeln für die Gründung und den Betrieb von juristischen Personen wie AGs (Aktiengesellschaften) und GmbHs (Gesellschaften mit beschränkter Haftung).
  • Finanzielle Berichterstattung: Obligatorische Anforderungen an die Buchführung, die jährliche Offenlegung der Finanzdaten und die Rechnungsprüfungsstandards.
  • Verantwortlichkeiten des Direktors: Festlegung der gesetzlichen Pflichten, der Haftung und der treuhänderischen Verpflichtungen der Geschäftsführung und des Vorstands.

2. Einhaltung der Finanz- und Verwaltungsvorschriften

Über die CO hinaus ist die Einhaltung grundlegender administrativer und finanzieller Vorschriften obligatorisch:

  • Einhaltung der Steuervorschriften: Einhaltung der eidgenössischen und kantonalen Steuergesetze (Körperschaftssteuer, Mehrwertsteuer usw.). Aufgrund der föderalen Struktur der Schweiz sind die regionalen Unterschiede bei den Steuern erheblich.
  • Sozialversicherung und Lohnbuchhaltung: Strenge Einhaltung der Gesetze über die obligatorischen Abzüge und Beiträge für die AHV und die berufliche Vorsorge.

3. Der Datenimperativ: Das überarbeitete INLB

Das revidierte Datenschutzgesetz der Schweiz, die Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG oder nFADP)ist der zentrale Rahmen für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Er tritt im September 2023 in Kraft und ist ein wichtiger Compliance-Bereich, insbesondere für Unternehmen, die mit in der Schweiz ansässigen Daten arbeiten.

  • GDPR-Kompatibilität: Das INLB ist weitgehend an die EU-DSGVO angeglichen und verlangt robuste Datenschutzmaßnahmen, darunter Datenschutz durch Technik.
  • Hauptaufgaben: Die Anforderungen umfassen die Durchführung Datenschutz-Folgenabschätzungen (DPIAs) für risikoreiche Verarbeitungen und Verfahren zur Meldung von Sicherheitsverletzungen.

4. Für den Finanzsektor: FINMA-Aufsicht

Die Unternehmen des Finanzdienstleistungssektors (Banken, Vermögensverwalter und Versicherungsgesellschaften) unterliegen den strengsten Vorschriften und werden in erster Linie von der Europäischen Kommission überwacht. Schweizerische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FINMA).

  • Anti-Geldwäsche (AML): Die Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Gesetz (GwG) ist kritisch und erfordert strenge Kennen Sie Ihren Kunden (KYC) Prozesse und die Meldung verdächtiger Transaktionen an die MROS (Meldestelle für Geldwäscherei).
  • Verhalten und Autorisierung: Die Einhaltung der Gesetz über Finanzdienstleistungen (FIDLEG) und die Gesetz über Finanzinstitute (FinIA)die die Zulassung, die Organisationsstruktur, die Kundensegmentierung und die verbindlichen Verhaltensregeln regeln.

5. KI-Governance: Die entstehende Landschaft des EU-KI-Gesetzes

Während die Schweiz ihren eigenen Ansatz zur Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt, hat die EU-KI-Gesetz wird sich de facto zu einem globalen Standard entwickeln, der sich auch auf Schweizer Unternehmen auswirken wird:

  • Entwicklung oder Einsatz von KI-Systemen die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden.
  • Dienstleistungen für EU-Kunden anbieten mit KI.
  • Teil einer Lieferkette sind die dazu führt, dass in der EU ein KI-System eingesetzt wird.

Das EU-KI-Gesetz führt einen risikobasierten Ansatz ein, der strenge Anforderungen an "risikoreiche" KI-Systeme stellt, darunter Konformitätsbewertungen, Data Governance, menschliche Aufsicht und robuste Risikomanagementsysteme. Schweizer Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, müssen diese extraterritorialen Auswirkungen überwachen und sich darauf einstellen, um den Marktzugang zu erhalten und erhebliche Strafen zu vermeiden.

6. Bewährte Verfahren und Rahmen zur Risikominderung

Auch wenn sie nicht immer für alle Unternehmen gesetzlich verankert sind, zeugt die Annahme dieser Rahmenbestimmungen von einer starken Unternehmensführung und einem guten Risikomanagement:

  • ISO 27001 (Informationssicherheit): Der internationale Standard für die Verwaltung der Informationssicherheit, der für den Schutz sensibler Daten und IT-Systeme unerlässlich ist.
  • Corporate Governance Kodizes: Börsennotierte Unternehmen müssen sich an die Swiss Code of Best Practice für Corporate Governance und die von der Kommission aufgestellten Regeln SIX Schweizer Börsemit dem Schwerpunkt auf Transparenz und ethischem Management.

Durch die systematische Berücksichtigung dieser grundlegenden rechtlichen, finanziellen und regulatorischen Anforderungen, einschließlich neuer internationaler Standards wie dem EU-KI-Gesetz, können Unternehmen in der Schweiz eine Vertrauensbasis schaffen, die Einhaltung von Gesetzen gewährleisten und ihren langfristigen Erfolg sichern.

Fachkundige Beratung, erschwingliche Lösungen und ein nahtloser Weg zur Einhaltung der Vorschriften

Was meinen Sie dazu?

Verwandte Einblicke